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Montag, 6. Juni 2011

Die ham' nen Affen!

Review

Hangover II

Vegas Baby! Nicht ganz, denn dieses Mal geht es für das „Wolfpack“ nach Thailand, ins feuchtfröhliche Bangkok. Nachdem man in Hangover I die Stadt der Sünden unsicher gemacht hatte, zieht es die nicht zu bremsenden Feierbiester jetzt ans andere Ende der Welt, um es dort erneut ordentlich krachen zu lassen und nicht nur ihr Erinnerungsvermögen zu verlieren. Regisseur Todd Phillips machte auch beim zweiten Teil nicht viel verkehrt, obwohl Hangover II im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas abfällt und ein wenig an Charme verloren hat. Trotzdem bleibt kein Auge trocken, getreu dem Motto „Derber geht’s immer!“

Hangover II gehört wohl zu den meisterwartesten Filmen des Jahres. Der erste Teil war ein grandioser Erfolg, die Massen jubelten, der beste Filmriss aller Zeiten, Zitat der Kritikerikone Roger Ebert: "Now this is what I’m talking about!" Hangover avancierte rasch zum Kultfilm der "Feiern und Feten"- Generation, für das männliche Geschlecht wurde auf der Kinoleinwand der Traum schlechthin vorgelebt, nicht verwunderlich, dass alsbald erste Gerüchte zu einer Fortsetzung die Runde machten.

Und warum auch nicht? Der Erfolg gibt einem immer Recht, Regisseur Todd Phillips schien sich als Meister des grotesk-absurden und derb-überzogenen Humor zu entpuppen, die vorher noch recht unbekannten Schauspieler Bradley Cooper, Ed Helms und Zach Galifianakis schafften dank diesem Film den ganz großen Sprung nach Hollywood, das „Wolfsrudel“ erlangte Kultstatus und wollte von den Menschen schnellstmöglich wieder in Aktion gesehen werden.

Nicht Las Vegas, sondern Bangkok also. Eine interessante Idee. Doch was dann? Hangover I hatte die Latte sehr hochgelegt, oft werden derartige Fortsetzungen volle Kanne gegen die Wand gefahren. Wie kann man den hohen Erwartungen an den zweiten Teil gerecht werden? Die Grundidee eines abgefahrenen Komplettabschuss und anschließender Schnitzeljagd nach kleinen Erinnerungsfetzen ist schwer bis überhaupt nicht zu toppen. Also was tun? Ganz einfach: Ein Remake des ersten Teils. Man beachte den Ortswechsel von Vegas nach Bangkok und kleine Veränderung des Stellenwertes verschiedener Charaktere. That’s it. Und es funktioniert. Hangover II macht sehr viel Laune und unterhält unheimlich gut. Doch kommt der Film meiner Meinung nach an den ersten Teil nicht ran und wirkt stellenweise etwas uninspiriert.

Aber halt, wie immer kurz zum Inhalt:

Drei Jahre ist es nun her, dass Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Alan (Zach Galifianakis) zusammen mit ihrem Freund Doug (Justin Bartha) in Las Vegas dessen Junggesellenabschied gefeiert haben. Und das auf unvergessliche Art und Weise. Und jetzt soll der nächste unter die Haube. Zahnarzt Stu hat seine Auserwählte gefunden, die hübsche Lauren (Jamie Chung) soll demnächst seine Frau werden. Da diese ihre Wurzel und Familie in Thailand hat, werden sämtliche Hochzeitsfestivitäten einschließlich Trauung auch dort abgehalten. Und Stu’s Freunde Phil, Doug und Alan sind natürlich auch herzlich eingeladen, obwohl sich Stu gerade bei Letzteren sehr schwer tut, da Alan wortwörtlich das Enfant terrible dieser kleinen Freundesgruppe ist.

Doch was soll’s, Alan darf auch mit und so begibt sich die verschworene Gemeinschaft auf den Weg ins subtropische Thailand. Aber Moment mal, wenn Stu heiratet muss doch auch ein prunkvoller Junggesellenabschied gefeiert werden oder? Das war bei Doug so, das soll auch bei Stu so sein. Dieser hatte seine Freunde jedoch schon vor dem Trip nach Thailand abgewimmelt, eine Junggesellenfeier, welche ähnliche Ausmaße wie jene kurz vor Doug’s Hochzeit annehmen könnte, mag sich der gute Stu gar nicht vorstellen. Er heiratet demnächst seine absolute Traumfrau, von maßlosen Besäufnissen zu seinen Ehren will er gar nichts wissen.

Dass das seine Kumpels weniger dufte von ihm finden, versteht sich wohl von selbst. Aber gut, dass ist Stu’s Entscheidung, das müssen sie akzeptieren. Jedoch, nach etwas Gezeter und aufdringlichsten Wunsch seiner Verlobten, willigt Stu doch noch ein, ein kleines Bier in gemütlicher Lagerfeueratmosphäre unter am Strand zusammen mit seinen besten Freunden und dem kleiner Bruder (Mason Lee) seiner angehenden Ehefrau ist drin. Mehr aber nicht. Keine verrückten Drogen, kein Absturz, alles ruhig und gesittet…

Not. Denn es kommt wie es kommen musste. Es ist ihnen schon wieder passiert. Nur viel schlimmer. Das Wolfsrudel wacht in einem versifften, verdreckten, absolut ekelerregenden Hotelzimmer in Bangkok auf, nichts wissend, wie sie in dorthin gekommen sind und was letzte Nacht überhaupt passiert ist. Der nächste Schock folgt auf dem Fuße, wo ist Laurens kleiner Bruder Teddy, der gestern Abend noch ganz entspannt mit am Lagerfeuer saß? Das einzige, was die Jungs von ihm finden, ist sein abgetrennter Finger inklusive Havard-Ring. Stu wird natürlich panisch, genau das sollte eben nicht passieren, jetzt verliert er auch noch den kleinen Bruder seiner Braut, das Wunderkind ihrer Familie und größter Stolz seines zukünftigen Schwiegervaters, welcher eh schon so seine Problemchen mit Stu hat.

So müssen sich Phil, Stu und Alan erneut auf ein haarsträubendes Abenteuer begeben, durch das fremde Bangkok irren, ihre Erinnerung an den vergangen Abend zusammensammeln und vor allen Dingen Teddy finden. Keine Frage, das wird ein arg chaotisches Unterfangen, welches es zu meistern gilt…

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Hangover II hatte anfangs mit sehr vielen durchschnittlichen Kritiken zu kämpfen. Die Gagdichte hatte abgenommen, eigentlich sei es nur eine Kopie des ersten Teils mit kleineren Änderungen. Und das stimmt auch. Trotzdem bleibt Hangover II ein verdammt lustiger und abgedrehter Film, welcher nicht nur aufgrund des Namens die Massen ins Kino lockt, sondern auch sehr gut unterhält. Mit einer Fortsetzung bürdete man sich eine schwere Aufgabe auf, doch hat man es meiner Auffassungen nach geschafft, das bestmögliche dabei rauszuholen.

Nachwievor bleiben die Figuren einzigartig. Vor allem Zach Galifianakis punktet wie bereits im ersten Teil auf ganzer Linie. Man merkt es Regisseur Todd Phillips natürlich an, dass er dessen Rolle Alan noch mehr in den Mittelpunkt der Handlung gestellt hat. Galifianakis ist ein unfassbar komischer Mensch, dessen Bewegung, Gestik, Mimik, einfach grandios. Ja, ich bin ein Riesenfan von Zach Galifianakis, ich geb’s zu. Er hat in Hangover II wieder einmal diese urkomischen Momente, wie sie kein anderer haben kann. Auch der Rest des „Wolfsrudels“ macht einen guten Auftritt, Bradley Cooper mimt den Lebemann Phil mit viel Lässigkeit und Coolness, Ed Helms tut einem einfach leid, als besonnener Teil der Gruppierung muss er erneut unglaublich viel einstecken, seine Wutausbrüchen kommen auch hier wieder sehr amüsant rüber.

Ken Jeong, vielen aus Teil eins als nackt aus dem autospringender, wutentbrannter Mr. Chow bekannt, blödelt nun gemeinsam mit Phil, Stu und Alan herum. Dabei wirkt er wirklich extrem auslandend, oft komisch, doch phasenweise sehr übertrieben und surreal. Doch auch er hat ähnlich wie Galifianakis seine Momente. Justin Bartha, in Teil eins noch Bräutigam Doug, wird zu Hause bzw. im Hotel gelassen und darf nicht mitmischen. Das „Wolfpack“ bleibt halt eine Dreier-Gruppe, was auch gut so ist. Paul Giamatti darf sich kurz zeigen und ein nicht all zu unbekannter Boxer darf sich auch im zweiten Teil ordentlich feiern lassen. Jamie Chung, Stu’s Verlobte, und Mason Lee, Laurens Bruder Teddy, könnte man noch erwähnen. Erstere, weil sie superheiß ist und echt gut aussieht. Und zweiterer, weil ihn zu finden nun mal die eigentliche Motivation im Film ist. Schauspielerisches aber nichts Weltbewegendes. Uns interessiert halt nur das Wolfsrudel, die Nebendarsteller machen ihre Sache gut, fallen aber nicht auf und bleiben bewusst im Hintergrund.

Ein weiter Pluspunkt von Hangover II ist die Hangover-Komik. Wirklich, Regisseur Phillips kopiert den ersten Teil eins zu eins. Das Konzept ist identisch, die Konstellationen etwas modifiziert, aber es funktioniert. Die ersten zwei Minuten zum Beispiel sind sehr amüsant, weil Hangover II einfach genauso anfängt, wie es bei Hangover I der Fall gewesen ist. Dieses einfache Hilfsmittel, altbewährte Strukturen und Abläufe aufzugreifen, mag sich recht einfallslos anhören, doch liefert Phillips damit genau das ab, was sich viele gewünscht haben: Ein Totalabsturz in bester Hangover-Manier.

Ich hab den Film in einer Sondervorstellung gesehen, wo man für einen geringen Preis Hangover I und Hangover II direkt hintereinander an einem Abend sehen konnte. Und für jeden, der in dieser Vorstellung war, ist es mit Sicherheit schwer einzugestehen, dass Hangover II definitiv nicht an seinen Vorgänger rankommt. Nachdem Hangover I vorbei war, tobte die Meute, keiner konnte es kaum noch erwarten bis denn endlich der zweite Teil starten würde. So wird die eigentliche Wahrnehmung etwas getäuscht, denn wenn man sich Hangover II blank ansieht, ohne vorher noch einmal den ersten Teil gesehen zu haben, kommt er einen mit Bestimmtheit nicht so großartig vor. Ich selbst war trotzdem positiv überrascht, denn ich hatte aufgrund schwacher Kritiken Hangover II schlechter erwartet, als er dann letztendlich war. Ich fand immer noch gut und sehr lustig, doch muss man ihm ganz objektiv auch einige Schwächen anrechnen.

So erkennt man zum Beispiel leichte Abnutzungserscheinung, was an und für sich logisch erscheint, da man den ersten Teil in seinem Ablauf aufgriff. Der erste Teil lebte von seiner Idee, dieses selten zuvor gesehene Konzept, einen Filmriss und dessen skurrile Folgen auf die Leinwand zu bringen. Das war innovativ, das hatte seine ganz eigene Art von Charme. Da Hangover II nun mal eine vom Aufbau identische Fortsetzung ist, geht dieser Charme leider ein wenig verloren.

Außerdem geht es noch weitaus derber zu, als es im ersten Teil der Fall war. Mitten ins Gesicht, noch exzessiver inszeniert Todd Phillips die Gags. Damit wollte man wohl auch eigene kleine Fehler, das wiederkehrende Handlungsschemata und die im Vergleich mit Teil eins geringfügigere Dichte an Gags kaschieren. Ihr denkt, ihr kennt das schon alles? Aber nicht so krass! Zu wenig Gags? Dafür aber richtig! Auch hier leidet das gewisse Etwas der Idee hinter dem Hangover-Konzept ein wenig daran, ich möchte nicht behaupten, dass die Liebe fehlt, doch Hangover I machte es in diesem Aspekt einfach viel besser.

Bei der Auswahl des Soundtracks kann man den Machern wie bereits im ersten Teil ein dickes Kompliment machen. Die Musik passt von vorne bis hinten, sei es neuester Techno-Firlefanz á la Flo Rida oder eben Trash-Pop aus den Achtzigern, es wirkt absolut stimmig und ist perfekt ausgewählt.

Im Endeffekt war Hangover II ein lohnenswerter Kinobesuch, denn so welche Filme braucht man(n) von Zeit zu Zeit. Die Floskel „Hirn ausschalten“ möchte ich hier nicht verwenden, denn man kann sich keinen Film ansehen und dabei einfach das Hirn ausschalten. Das geht nicht. Einmal von der anatomischen und zum anderen von filmkritischen Sichtweise her. Hangover II funktioniert und ist schlicht und einfach gute bis sehr gute Unterhaltung. Gespannt darf man jetzt auf den dritten Teil sein, welchen Regisseur Todd Phillips schon inoffiziell angekündigt hat. Diesmal aber mit neuen Konzept. Und höchstwahrscheinlich in Amsterdam. Warten wir’s mal ab.


v.l.n.r. Ed Helms, Zach Galifianakis, Bradley Cooper und Regisseur Todd Phillips

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Fazit

Hangover II macht Spaß. Punkt. Der hatte höchstens den Anspruch, seinem Vorgänger annähernd das Wasser zu reichen, was sich von vornerein als sehr schwierig darstellte. Hangover II ist der perfekte Film, um mit einer Hand voll guten Freunden einen frivolen Kinoabend zu erleben. Es geht ordentlich Sache, es gibt krasse Witze, ekelerregende Bilder und die allseits beliebte und immer wieder sämtliche Schwachpunkte des Films vergessen machende Diaschau am Ende des Films, welche einfach unfassbar lustig ist (siehe Teil I). Das Wolfsrudel rockt nachwievor, der Film schwächelt an einigen Stellen aufgrund altbekannter und schlichter Inszenierung, doch wird das keinen größeren Einfluss auf den Erfolg von Hangover II haben. So wird sich dieser Film mit großer Wahrscheinlichkeit an der Spitze aller Komödien 2011 wiederfinden. Im Vergleich mit Teil I ist manch enttäuschte Kritik gerechtfertig. Der Mainstream wird es trotzdem lieben. Lacht mal wieder. Ich empfehl's weiter.


Wertung:

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Trailer


Mittwoch, 27. April 2011

Living in the 21st century

Review

Limitless - Ohne Limit

Heutzutage geht uns ja alles viel zu schnell. Oder zu langsam. Je nach dem. Aber egal, was auch immer zu schnell oder zu langsam geht, auf jeden Fall ist es kompliziert. Zumeist wenn es sich dann noch um die Wirtschaft dreht, speziell um die Börse. Da wird mit horrenden Geldsummen jongliert, kalkuliert und spekuliert. Da ist ein gutfunktionierendes und zügig arbeitendes Hirn nicht von Nachteil. Und jetzt stelle man sich vor, man hätte jenes Wundermittelchen, welches deinem Gehirn erlauben würde, bis an die äußerste Grenze jener Kapazität zu gehen, welche im Normalfall bei Menschen mit circa 20% Hirnauslastung bemessen wird. Und urplötzlich hast du dank einer kleinen transparenten Pille Zugriff auf die vollen 100%. Regisseur Neil Burger bringt mit Limitless - Ohne Limit einen cleveren Soft-Thriller in die Kinos, der mit einem guten Hauptdarsteller und einen gescheiten Idee daherkommt. Auch wenn es ein eher seichter Streifen mit kleinen Schönheitsfehlern ist, Limitless - Ohne Limit entpuppt sich als ein sehr unterhaltender und durchdachter Film.

Da stand ich nun. Donnerstag, der Tag der Kinoneustarts. Der 14. April, was läuft heute an? Da wären zwei große Namen auf der Liste. Zum einen Limitless – Ohne Limit, zum anderen World Invasion: Battle Los Angeles. Letzteres wird wohl sehr dürftiger Pathos im Sinne der grandiosen Vereinigten Staaten von Amerika. An ersterem hingegen könnte mehr dran sein als man denkt. Mit Bradley Cooper als Zugpferd, Robert De Niro, der große Name auf dem Filmplakat und einer doch recht interessanten Idee. Also dann, ab in Limitless – Ohne Limit.

Wenige Tage später habe ich mir dann natürlich auch World Invasion: Battle Los Angeles angesehen. Und es war wirklich dürftig und dröge. Doch das ist eine andere Geschichte, welche zu gegebener Zeit hier auch noch erzählt wird. Doch, im Endeffekt war ich froh, dass ich mir Limitless - Ohne Limit angesehen habe. Das war kein rausgeschmissenes Geld, da verließ man das Kino mit einem guten Gefühl. Limtless - Ohne Limit ist zwar kein Meilenstein der Filmgeschichte, doch passt einfach so viel, dass er meiner Meinung schon zu den guten Kinofilmen des Jahres gehört.

Doch wie immer an dieser Stelle eine kurze Inhaltsangabe:

Eddie Mora (Bradley Cooper) ist eine ziemliche Nulpe. Er lebt in der fluoreszierenden Metropole New York und versucht sich als Schriftsteller. Das mehr schlecht als recht, Eddie kriegt einfach nichts auf die Reihe, Schreibblockade pur, mit seinem Buchentwurf ist er bei seinem Verlag längst überfällig. Dazu trennt sich auch noch seine Freundin Lindy (Abbie Cornish) von ihm, Eddie ist in allen Belangen abgebrannt und jetzt völlig am Ende.

Jedoch ändert sich sein Leben schlagartig als er zufällig den Bruder (Johnny Whitworth) seiner alten Highschool- Flamme (Anna Friel) wiedertrifft. Nach etwas Plausch kennt jener die Lösung für sämtliche Probleme Eddies. Er gibt ihm eine kleine unscheinbare Pille, ein Zaubermittelchen, welches Eddie definitiv aus der Patsche helfen wird. Dieser ist skeptisch, wirft sich jedoch aufgrund von Ratlosigkeit die Tablette ein und begibt sich somit auf einen ganz besonderen Trip. Das Wundermittel ermöglicht ihm nämlich das klarste Denken überhaupt, Eddie bekommt die Möglichkeit, seine Gehirnleistung komplett abzurufen. Sein Buchentwurf schreibt sich nun von selbst, doch irgendwann lässt dann auch mal die Wirkung nach und Eddie steht wieder da, wo er vorher gewesen ist. Also heißt es nun Nachschub besorgen.

Als er dann jedoch den dubiösen Bruder seiner alten Liebe erneut aufsucht, von diesem kurz für einige Besorgungen weggeschickt wird und dann wiederkommt, findet er jenen tot in dessen Apartment auf. Für diese Schlussfolgerung brauch Eddie die Pille nicht: Die Mörder haben nach dem Zeug gesucht und allen Anschein nach es nicht gefunden. Eddie durchsucht also kurzerhand selbst die Wohnung des Ermordeten und wird auch fündig. Eine ganze Tüte voll, jetzt hat er einen gewaltigen Vorrat an Wunderpillen, von nun an geht’s erst richtig los.

Für Eddie ändert sich alles. Er beendet sein Buch in kürzester Zeit, fängt dann jedoch einen Job in einem Börsenunternehmen an, schefelt dort im Handumdrehen einen Haufen Kohle und steigt zu einem Phänomen der aktuellen Wirtschaftslage auf. Langsam wird er interessant für die ganz großen Wirtschaftsmagnaten. Einer von diesen nennt sich Carl Van Loon (Robert De Niro), eine lebende Legende, er erschafft und zerstört zugleich, wenn du unter bzw. sogar mit ihm arbeiten darfst, dann hast du es geschafft. Für Eddie ist das natürlich die Chance, richtig groß und berühmt zu werden.

Doch langsam erschwert sich Eddies Leben auf ein Neues. Paranoia macht sich bei ihm breit. Was, wenn jemand ihm auf die Schliche kommt, was, wenn jemand sein Geheimnis seines Erfolges kennt und versucht, ihm seine „Medizin“ abzunehmen? Hinzukommen auch noch kleine Anfälle, Eddies Gehirn setzt von Zeit zu Zeit aus, seine Erinnerungen sind lückenhaft, immer wieder gibt es Sprünge in seinem Gedächtnis und Bewusstsein. Eddie überlegt, die Pillen abzusetzen, doch ohne sie wird er keinen Erfolg haben, er ist im wahrsten Sinne abhängig von ihnen. Wo wird die Entwicklung des Eddy Mora hingehen? Das erfährt man natürlich nur im Kino…

Mit Limitless - Ohne Limit bekommt wunderbar einfache Unterhaltung serviert, hier und da ein wenig Thrill, etwas Spannung, ein wenig Humor und Selbstironie, grundsolide Darbietungen der agierenden Schauspieler und dazu doch eine recht pfiffige Idee. Limitless - Ohne Limit muss sich einzig den Vorwurf machen lassen, dass der Film nicht sein ganzes Potenzial ausschöpft und sich Regisseur und Darsteller wohl zu leicht zufrieden gegeben haben. Wenn man an manchen Stellen noch etwas gründlicher und präziser gewesen wäre, hätte man vermutlich noch mehr punkten können.

Bradley Cooper macht seine Sache als Hauptdarsteller gut, als Loosertyp mag er anfangs noch etwas seltsam erscheinen, doch spätesten nachdem er dank Wundermittelchen zum erfolgreichen Börsenspekulant und galanten Lebemann avanciert, passt er wunderbar in die Rolle des Eddy Mora. Bei Robert De Niro erwartet man schon seit längerem wieder einmal eine große Nummer. In Limitless - Ohne Limit spielt er grundsolide seinen Stiefel runter und gibt durch seine Präsenz seiner Rolle die gewünschte ehrfürchtige Erscheinung. Der Rest der Darsteller fällt nicht besonders auf, es gibt noch die ein oder andere nachhaltige Rolle, doch wirklich tragend agieren nur Cooper und De Niro.

Auffällig sind die geschickt gesetzten Bilder von Regisseur Neil Burger. Es ist wirklich interessant mit anzusehen, wie sich die Welt in den Augen Eddies dreht. Besonders nachdem er sich ein Pille eingeworfen hat. Der Blick in dessen Perspektive ist unterhaltsam und vermittelt Eddies, im positiven Sinne (wenn es einen solchen überhaupt gibt), rauschähnlichen Zustand sehr gut. Die rasanten Aufnahmen passen optimal zu der kalten, schnelllebigen Wirtschaftswelt, in welcher sich Eddie nach seinem Aufstieg von nun an bewegt.

Doch wie bereits geschrieben, hätte Regisseur Burger vielleicht noch etwas mehr aus der guten Idee rauskitzeln können. Kleine Plotholes und Verständnisfehler, darüber kann man hinwegsehen, wenn dann auch am Ende das Gesamtergebnis stimmt. Mit etwas mehr Präzision und Tiefe hingegen oder dem ein oder anderen markanteren Schauspieler, welcher das Duo Cooper/ De Niro komplettieren hätte können, wäre eventuell mehr drin gewesen.

Dass Limitless – Ohne Limit dann noch versucht, ein wenig die moralische Schiene zu bearbeiten, kann man dem Film nicht übel nehmen. Da wären Drogenmissbrauch, die Kälte und Schnelllebigkeit der heutigen Wirtschaftswelt oder das Ausnutzen anderer, um selbst seine Ziele zu erreichen. Das mag alles stimmen, doch dieser Aspekt fällt am Ende eher weniger ins Gewicht, da man sich schlussendlich doch mehr unterhalten als ermahnt fühlt.

v.l.n.r. Abbie Cornish, Regisseur Neil Burger und Bradley Cooper

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Fazit

Trotz wenigen, kleinen Mankos gehört Limitless - Ohne Limit zu den besseren Pre-Sommer-Blockbustern, welche dieses Jahr in unsere Kinos kommen. Im Vordergrund steht die Unterhaltung, daran halten sich die Macher und liefern diese grundsolide ab. Mit guten Schauspieler, geschickten Kameraeinstellungen und einer cleveren Idee überzeugt der Film, auch wenn es an weniger Stellen aufgrund von Kleinigkeiten etwas schleift. Dass man versucht hat, das Konzept hinter Limitless – Ohne Limit vielleicht sogar mahnend und mit einem Fingerzeig umsetzen zeigt, dass in diesem Stoff noch viel mehr drin gewesen wäre. Nichtsdestotrotz, Regisseur, Schreiberlinge und Darsteller haben nicht viel falsch gemacht, der Film ist amüsant, spannend und ideenreich, sodass man sich Limitless – Ohne Limit bedenkenlos im Kino ansehen kann.

Wertung:

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Trailer