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Mittwoch, 27. April 2011

Living in the 21st century

Review

Limitless - Ohne Limit

Heutzutage geht uns ja alles viel zu schnell. Oder zu langsam. Je nach dem. Aber egal, was auch immer zu schnell oder zu langsam geht, auf jeden Fall ist es kompliziert. Zumeist wenn es sich dann noch um die Wirtschaft dreht, speziell um die Börse. Da wird mit horrenden Geldsummen jongliert, kalkuliert und spekuliert. Da ist ein gutfunktionierendes und zügig arbeitendes Hirn nicht von Nachteil. Und jetzt stelle man sich vor, man hätte jenes Wundermittelchen, welches deinem Gehirn erlauben würde, bis an die äußerste Grenze jener Kapazität zu gehen, welche im Normalfall bei Menschen mit circa 20% Hirnauslastung bemessen wird. Und urplötzlich hast du dank einer kleinen transparenten Pille Zugriff auf die vollen 100%. Regisseur Neil Burger bringt mit Limitless - Ohne Limit einen cleveren Soft-Thriller in die Kinos, der mit einem guten Hauptdarsteller und einen gescheiten Idee daherkommt. Auch wenn es ein eher seichter Streifen mit kleinen Schönheitsfehlern ist, Limitless - Ohne Limit entpuppt sich als ein sehr unterhaltender und durchdachter Film.

Da stand ich nun. Donnerstag, der Tag der Kinoneustarts. Der 14. April, was läuft heute an? Da wären zwei große Namen auf der Liste. Zum einen Limitless – Ohne Limit, zum anderen World Invasion: Battle Los Angeles. Letzteres wird wohl sehr dürftiger Pathos im Sinne der grandiosen Vereinigten Staaten von Amerika. An ersterem hingegen könnte mehr dran sein als man denkt. Mit Bradley Cooper als Zugpferd, Robert De Niro, der große Name auf dem Filmplakat und einer doch recht interessanten Idee. Also dann, ab in Limitless – Ohne Limit.

Wenige Tage später habe ich mir dann natürlich auch World Invasion: Battle Los Angeles angesehen. Und es war wirklich dürftig und dröge. Doch das ist eine andere Geschichte, welche zu gegebener Zeit hier auch noch erzählt wird. Doch, im Endeffekt war ich froh, dass ich mir Limitless - Ohne Limit angesehen habe. Das war kein rausgeschmissenes Geld, da verließ man das Kino mit einem guten Gefühl. Limtless - Ohne Limit ist zwar kein Meilenstein der Filmgeschichte, doch passt einfach so viel, dass er meiner Meinung schon zu den guten Kinofilmen des Jahres gehört.

Doch wie immer an dieser Stelle eine kurze Inhaltsangabe:

Eddie Mora (Bradley Cooper) ist eine ziemliche Nulpe. Er lebt in der fluoreszierenden Metropole New York und versucht sich als Schriftsteller. Das mehr schlecht als recht, Eddie kriegt einfach nichts auf die Reihe, Schreibblockade pur, mit seinem Buchentwurf ist er bei seinem Verlag längst überfällig. Dazu trennt sich auch noch seine Freundin Lindy (Abbie Cornish) von ihm, Eddie ist in allen Belangen abgebrannt und jetzt völlig am Ende.

Jedoch ändert sich sein Leben schlagartig als er zufällig den Bruder (Johnny Whitworth) seiner alten Highschool- Flamme (Anna Friel) wiedertrifft. Nach etwas Plausch kennt jener die Lösung für sämtliche Probleme Eddies. Er gibt ihm eine kleine unscheinbare Pille, ein Zaubermittelchen, welches Eddie definitiv aus der Patsche helfen wird. Dieser ist skeptisch, wirft sich jedoch aufgrund von Ratlosigkeit die Tablette ein und begibt sich somit auf einen ganz besonderen Trip. Das Wundermittel ermöglicht ihm nämlich das klarste Denken überhaupt, Eddie bekommt die Möglichkeit, seine Gehirnleistung komplett abzurufen. Sein Buchentwurf schreibt sich nun von selbst, doch irgendwann lässt dann auch mal die Wirkung nach und Eddie steht wieder da, wo er vorher gewesen ist. Also heißt es nun Nachschub besorgen.

Als er dann jedoch den dubiösen Bruder seiner alten Liebe erneut aufsucht, von diesem kurz für einige Besorgungen weggeschickt wird und dann wiederkommt, findet er jenen tot in dessen Apartment auf. Für diese Schlussfolgerung brauch Eddie die Pille nicht: Die Mörder haben nach dem Zeug gesucht und allen Anschein nach es nicht gefunden. Eddie durchsucht also kurzerhand selbst die Wohnung des Ermordeten und wird auch fündig. Eine ganze Tüte voll, jetzt hat er einen gewaltigen Vorrat an Wunderpillen, von nun an geht’s erst richtig los.

Für Eddie ändert sich alles. Er beendet sein Buch in kürzester Zeit, fängt dann jedoch einen Job in einem Börsenunternehmen an, schefelt dort im Handumdrehen einen Haufen Kohle und steigt zu einem Phänomen der aktuellen Wirtschaftslage auf. Langsam wird er interessant für die ganz großen Wirtschaftsmagnaten. Einer von diesen nennt sich Carl Van Loon (Robert De Niro), eine lebende Legende, er erschafft und zerstört zugleich, wenn du unter bzw. sogar mit ihm arbeiten darfst, dann hast du es geschafft. Für Eddie ist das natürlich die Chance, richtig groß und berühmt zu werden.

Doch langsam erschwert sich Eddies Leben auf ein Neues. Paranoia macht sich bei ihm breit. Was, wenn jemand ihm auf die Schliche kommt, was, wenn jemand sein Geheimnis seines Erfolges kennt und versucht, ihm seine „Medizin“ abzunehmen? Hinzukommen auch noch kleine Anfälle, Eddies Gehirn setzt von Zeit zu Zeit aus, seine Erinnerungen sind lückenhaft, immer wieder gibt es Sprünge in seinem Gedächtnis und Bewusstsein. Eddie überlegt, die Pillen abzusetzen, doch ohne sie wird er keinen Erfolg haben, er ist im wahrsten Sinne abhängig von ihnen. Wo wird die Entwicklung des Eddy Mora hingehen? Das erfährt man natürlich nur im Kino…

Mit Limitless - Ohne Limit bekommt wunderbar einfache Unterhaltung serviert, hier und da ein wenig Thrill, etwas Spannung, ein wenig Humor und Selbstironie, grundsolide Darbietungen der agierenden Schauspieler und dazu doch eine recht pfiffige Idee. Limitless - Ohne Limit muss sich einzig den Vorwurf machen lassen, dass der Film nicht sein ganzes Potenzial ausschöpft und sich Regisseur und Darsteller wohl zu leicht zufrieden gegeben haben. Wenn man an manchen Stellen noch etwas gründlicher und präziser gewesen wäre, hätte man vermutlich noch mehr punkten können.

Bradley Cooper macht seine Sache als Hauptdarsteller gut, als Loosertyp mag er anfangs noch etwas seltsam erscheinen, doch spätesten nachdem er dank Wundermittelchen zum erfolgreichen Börsenspekulant und galanten Lebemann avanciert, passt er wunderbar in die Rolle des Eddy Mora. Bei Robert De Niro erwartet man schon seit längerem wieder einmal eine große Nummer. In Limitless - Ohne Limit spielt er grundsolide seinen Stiefel runter und gibt durch seine Präsenz seiner Rolle die gewünschte ehrfürchtige Erscheinung. Der Rest der Darsteller fällt nicht besonders auf, es gibt noch die ein oder andere nachhaltige Rolle, doch wirklich tragend agieren nur Cooper und De Niro.

Auffällig sind die geschickt gesetzten Bilder von Regisseur Neil Burger. Es ist wirklich interessant mit anzusehen, wie sich die Welt in den Augen Eddies dreht. Besonders nachdem er sich ein Pille eingeworfen hat. Der Blick in dessen Perspektive ist unterhaltsam und vermittelt Eddies, im positiven Sinne (wenn es einen solchen überhaupt gibt), rauschähnlichen Zustand sehr gut. Die rasanten Aufnahmen passen optimal zu der kalten, schnelllebigen Wirtschaftswelt, in welcher sich Eddie nach seinem Aufstieg von nun an bewegt.

Doch wie bereits geschrieben, hätte Regisseur Burger vielleicht noch etwas mehr aus der guten Idee rauskitzeln können. Kleine Plotholes und Verständnisfehler, darüber kann man hinwegsehen, wenn dann auch am Ende das Gesamtergebnis stimmt. Mit etwas mehr Präzision und Tiefe hingegen oder dem ein oder anderen markanteren Schauspieler, welcher das Duo Cooper/ De Niro komplettieren hätte können, wäre eventuell mehr drin gewesen.

Dass Limitless – Ohne Limit dann noch versucht, ein wenig die moralische Schiene zu bearbeiten, kann man dem Film nicht übel nehmen. Da wären Drogenmissbrauch, die Kälte und Schnelllebigkeit der heutigen Wirtschaftswelt oder das Ausnutzen anderer, um selbst seine Ziele zu erreichen. Das mag alles stimmen, doch dieser Aspekt fällt am Ende eher weniger ins Gewicht, da man sich schlussendlich doch mehr unterhalten als ermahnt fühlt.

v.l.n.r. Abbie Cornish, Regisseur Neil Burger und Bradley Cooper

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Fazit

Trotz wenigen, kleinen Mankos gehört Limitless - Ohne Limit zu den besseren Pre-Sommer-Blockbustern, welche dieses Jahr in unsere Kinos kommen. Im Vordergrund steht die Unterhaltung, daran halten sich die Macher und liefern diese grundsolide ab. Mit guten Schauspieler, geschickten Kameraeinstellungen und einer cleveren Idee überzeugt der Film, auch wenn es an weniger Stellen aufgrund von Kleinigkeiten etwas schleift. Dass man versucht hat, das Konzept hinter Limitless – Ohne Limit vielleicht sogar mahnend und mit einem Fingerzeig umsetzen zeigt, dass in diesem Stoff noch viel mehr drin gewesen wäre. Nichtsdestotrotz, Regisseur, Schreiberlinge und Darsteller haben nicht viel falsch gemacht, der Film ist amüsant, spannend und ideenreich, sodass man sich Limitless – Ohne Limit bedenkenlos im Kino ansehen kann.

Wertung:

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Trailer


Sonntag, 10. April 2011

This movie sucks

Review

Sucker Punch

Gott war der schlecht. Das war einer der schlechtesten Kinofilme, die ich je gesehen habe. Das war einfach nur lächerlich. Tut mir leid, Sucker Punch ist in meinen Augen absoluter Schrott. Wie kann man so etwas gut finden? Sicherlich finden sich einige Begeisterte, die vor lauter Effektgeballerei nicht mehr aus dem Schwärmen kommen. Doch das ist doch nix neues! Zack Snyder enttäuscht den Großteil seiner Fans auf ganzer Linie und sammelt fleißig schlechte Kritiken sowie Argumente für den Award der Goldenen Himbeere 2012. Sucker Punch ist ein gewaltiger Schuss in den Ofen.

Ich musste viel lachen. Wirklich, ich habe während Sucker Punch sehr viel gelacht. Die hanebüchene Story, lächerliche Dialoge, billige Klischee-Effekte. Ich habe echt viel gelacht. Ein Glück war einer meiner besten Freunde und stetiger Kinobegleiter in Sachen schlechte Kinofilme dabei. So machten wir uns doch noch einen ganz amüsanten Abend. Danach gab’s Bier und Schnaps, beste Therapie gegen die Nachwirkungen dieses hirnverbrannten Püppchen-Actioners.

Als Zack Snyder vor langer Zeit Sucker Punch ankündigte, schlugen die Herzen sämtlicher Nerds dieser Welt höher. Erste Bilder erinnerten an ein fantastisches Videospiel mit Bomben-Grafik, heißen Mädels und atemraubenden Effekten. Begeisterung machte sich breit, Vorfreude auf Zack Snyder’s neuesten Streich, der Mann, der 300 und Watchmen auf die Leinwand brachte und sich damit in den Augen vieler selbst ein Denkmal setzte.

Zugegeben, ich war auch gespannt. Sucker Punch sah eigenartig aus, hart, dreckig, so richtig schöne Effekthascherei mit derben Actionsequenzen und unzähligen Prügelszenen. So etwas kann man sich mal geben, leicht formuliert „hohles“ Action-Kino, wenig Sinn, gerne etwas überzogen, Hauptsache unterhaltend.

Das Ergebnis ist grauenhaft. Man bekommt den effektreichen Actioner, den man sich vorgestellt hat. Und es ist alles sehr hohl und einfach. Es gibt keinen Roten Faden, die Story ist unfassbar schlecht, die Figuren machen sich superlächerlich und generell kann man eigentlich alles andere auch mit in die Tonne kloppen.

Bevor es mit meiner recht einseitigen Kritik weitergeht wie gewohnt kurz zum Inhalt:

Babydoll (Emily Browning) ist ein ganz böses Mädchen. Zumindest macht ihr fieser Stiefvater (Gerard Plunkett) sie zu einem. Nach dem Tod der Mutter Babydolls will der gemeine Papa an das Erbe seiner verstorbenen Frau, was ihm aber nicht viel nützen würde, denn Babydoll und deren Schwester soll der Nachlass zukommen. Stiefväterchen treibt das ganz schön auf die Palme und nach etwas Zoff mit der ungeliebten Stieftochter verfrachtet er diese in eine Anstalt für die geistig Kranken und mental Gestörten. Babydoll geht’s an den Kragen, sie kann nichts dagegen tun, oh lieber Gott, wie furchtbar.

In dieser Anstalt soll in 5 Tagen der aufrührerischen Babydoll der geistige Stecker gezogen werden. Zu Besuch kommt der sogenannte „High Roller“ (Jon Hamm), welcher der guten Babydoll eine Lobotomie à la Einer flog über das Kuckucksnest verpassen sollen. Babydoll findet das gar nicht doll und plant deshalb ihre Flucht. Dafür wirbt sie vier superscharfe Mitinsassinnen (übrigens sind sämtliche Insassen der dubiosen Anstalt weiblich, um die 20 Jahre alt und heiß wie Frittenfett) an, Amber (Jamie Chung), Rocket (Jena Malone), Sweet Pea (Abbie Cornish)und Blondie (Vanessa Hudgens), um ihr Vorhaben zu wirklichen und für sich und ihre Helferinnen die Freiheit zu erkämpfen.

Doch wie entkommt man dieser Hölle auf Erden? Ganz einfach: Durch Tanzen! Und alle so yeah! Jetzt wird’s nämlich richtig tricky, also aufgepasst. Durch einen äußerst sinnlichen und verführerischen Tanz können die hübschen Patientinnen dieser Anstalt nämlich in ihre eigene Traumwelt flüchten und der grauenhaften Realität entfliehen. Und die gute Babydoll kann das von allen natürlich am besten. Also legt sie eine heiße Sohle auf’s Parkett und findet sich schnurstracks in ihrer eigenen Fantasie wieder. Hier trifft sie wiederum auf einen weisen Phrasenreißer ("Wise Man" Scott Glenn), welcher ihr den Weg zu ihrer Freiheit offenbart. Sie und die anderen kecken Zuckerpüppchen müssen nämlich 5 Gegenstände zusammenführen, mit Hilfe dieser können sie aus der Anstalt entkommen und endlich wieder frei sein. Auf geht’s Chicas, ran an die Tassen, das wird schon, wir sind vollemanzipierte Powerfrauen, die ordentlich austeilen können. Chacca!

Vollemanzipiert? Powerfrauen? Wollte uns das Zack Snyder mit Hilfe übermäßigen Schusswaffengebrauchs, krassen Kampfchoreos und coolen Onelinern übermitteln? Funktioniert hat es zumindest nicht, denn die agierenden Charaktere machen einen für mich vollkommen anderen Eindruck als stark und selbstbewusst. Wahnsinn, sie ballern wild um sich, hechten entschlossen von einer Ecke zur nächsten und geben derbe Zunder. Im nächsten Moment heulen sie dann drauf los, setzen ihren „Ich bin so schwach, tu mir nicht weh und bei aller Liebe, bitte vergewaltige mich nicht.“-Blick auf und wimmern wie ein paar frischkastrierte Köter. Da ist keine Power, da ist keine Überzeugung, die Darsteller machen sich von der ersten bis zur letzten Minute lächerlich und sind in jeder Phase ihre Darbietung unglaubwürdig.

Warum nur Zack Snyder, warum? Warum langweilst du uns mit Effekten, die wir schon vor fünf Jahren zum allerersten Mal gesehen haben? Warum tust du so, als ob deine ganze zusammengesponnene Geschichte einen Sinn macht und nicht völlig belanglos ist, wie sie nun mal von so gut wie allen Kritikern gesehen wird? Und verdammt nochmal, warum läuft dein halber Film in Slow Motion ab? Warum hast du es dir so einfach gemacht? Eine verlangsamte Szene schön und gut, aber wenn jede zweite Sequenz in einer Slow Motion daherkommt, dann bin ich doch wortwörtlich im falschen Film. Eine Slow Motion setzt man bewusst und überlegt, nicht nach Belieben hier und da, damit alles noch cooler aussieht und noch krasser wirkt. Sucker Punch hat vermutlich nur eine Laufzeit von einer guten Stunde, dank unzähliger Slow Motions kommt er dann doch noch auf 110 Minuten. Mies.

Und die Story erst! Zack Snyder sollte sich besser wieder auf das Führen der Regie konzentrieren, als sich solch verquerrten Quark auszudenken. Das wirkt alles schön episch und lässt jemanden, der das erste Mal ins Kino geht bestimmt staunen, doch es kommt einfach nichts bei rum. Snyder wollte dem Zuschauer eine Botschaft mitgeben, diese ist auch extrem offentsichtlich und wird in den letzten Sekunden mit schmalziger Musik und, hätten sie es für möglich gehalten, mit einer weiteren Slow Motion übertragen, aber was soll sie uns sagen? Dass meine Fantasie voll supi ist und da mir keiner etwas kann? Natürlich ist Sucker Punch ein sehr fantasievoller Film, aber der Anspruch, Realitätsnähe zu vermitteln ist deutlich erkennbar, wird jedoch trotz jenem Anspruch völlig ignoriert.

Auf der Leinwand tummeln sich Zombie-Nazis, Orks und seltsame Roboter-Wesen, alles keine Herausforderungen für die bis an die Zähne bewaffneten Pussycat Dolls auf Ecstasy, es wird alles niedergeschossen oder mit dem Katana durch zwei geteilt. Dabei muss man auch bei jeden Sprung übertrieben cool landen, leicht hockend, auf Kommando den Kopf heben und entschlossen in die Kamera starren. Das passiert so um die 20 Mal und langweilt unglaublich.

Wollen wir Zack Snyder in Schutz nehmen? Ein bisschen vielleicht. Das produzierende Filmstudio erhoffte sich mit Sucker Punch ordentliches Klingeln in den Kassen. Doch Snyder erste Version war viel zu hart und brutal. Und damit auch Jüngere den Film sehen können, musste der Regisseur seinen Film um 18(!) Minuten schneiden, damit Sucker Punch in Amerikanien eine PG-13-Wertung (hierzulande ab 12) bekäme. Ergebnis: Bei direkten Treffern oder mit dem Schwert zugefügten Schnitten entweicht Dampf aus den „Wunden“ der Nazi-Zombies, einem der überdimensional großen Samurai, welche aus dem Trailer bekannt sein dürften, leuchtet nach einem Schlitzer durch die Kehle hell auf (vermutlich hat er in seinem Hals eine Taschenlampe vesteckt gehabt) und Orks zerfallen zu Staub, was von allen noch am härtesten aussieht. Wäre Sucker Punch ohne diese Cuts besser geworden? Wahrscheinlich nicht, doch hätte Snyder ohne die unsägliche Nachbearbeitung den Grad der Lächerlichkeit etwas runterschrauben können.

Ich kann nachvollziehen, dass es Leute gibt, die Sucker Punch gut, besser gesagt, „Echt geil!“ finden. Es kracht und bummst, die Kampfszenen sind schön hektisch, alles ist übersichtslos, als Zuschauer blickt man nicht mehr durch und muss sich von der alles explodierenden Umgebung begeistern lassen. Bei genauerem Hinsehen wirkt alles jedoch äußerst fad, plump, sinn- und belanglos. Es wiederholt sich, es soll mal wieder emotional wirken, dann wird wieder gekämpft, dann wird wieder geheult, gekämpft, geheult und immer so weiter. Schlicht formuliert: Uninteressant und langweilig.

Zack Snyder, das war nix. Was war los? Er kündigte ein „Alice im Wunderland mit Maschinengewehren, inklusive Drachen, B-25 Bombern und Bordellen“ an. Bordelle trifft's ganz gut, im Endeffekt bekam man(n) eh nur aufgetakelte Prostituierte zu sehen. Was kam raus? Fragen wir A.O. Scott von der New York Times:

"You could go to see “Sucker Punch” this weekend — a lot of people probably will, and a few may even admit as much back at the office on Monday — or you could try to make it yourself, which might be more fun, though not necessarily cheaper. Here’s what you will need: a bunch of video-game platforms; DVDs of “Shutter Island,” “Kill Bill,” “Burlesque” and “Shrek”; some back issues of Maxim; a large bag of crystal meth; and around $100 million. Your imagination will take care of the rest." (The Hollywood Reporter, 25. März 2011)

Recht hat er.

Der beliebte Regisseur hat mit Sucker Punch Kredit verspielt. Das ist schade, den Zack Snyder gehört definitiv zu den vielversprechensten und talentiertesten jungen Regisseuren unserer Zeit. In naher Zunkunft wollte er sich dem Prequel zu 300 widmen, vorerst unter dem Arbeitstitel Xerxes bekannt, jetzt wieder namenlos. Doch hier musste Snyder absagen, denn etwas größeres wartet auf ihn: Superman. Mit Superman: Man of Steel soll Snyder ähnlich wie Christopher Nolan mit seiner Batman-Saga, welcher zugleich Produzent von Superman: Man of Steel ist, eine Reihe neuer Superman-Filme starten, Fans verzücken und vor allem wie sein Produzent Nolan erfolgreich sein. Ob das was wird? Ich hoffe doch, Snyder ist immer noch hochtalentiert und hat hoffentlich durch Sucker Punch dazugelernt, außerdem greift ihm der fabelhafte Christopher Nolan unter die Arme. Wir dürfen gespannt sein.

Regisseur Zack Snyder

Diese kurze Exkurs zum Thema Zack Snyder hat richtig gut getan. Trotzdem fehlt noch ein vernichtendes Fazit zu Sucker Punch. Bitteschön.

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Fazit

Und ihr werdet ihn euch trotzdem anschauen. Schlechte Kritiken zu Sucker Punch gibt es wie Sand am Meer und mach einer mag es vielleicht nicht glauben, dass diese der Wahrheit entsprechen. Sucker Punch ist einfach schlecht. Bestimmt kann man dem Streifen etwas Gutes abgewinnen, dazu muss man sich aber eher selbst belügen. Story, Charaktere, Rahmen, alles Banane. Eine große Enttäuschung, welche sich wohl trotzdem einigermaßen verkaufen wird. Es ist nun mal extrem leichte Kost und der 16jährige Durschnittsjugendliche wird Sucker Punch über den grünen Klee loben. Doch man muss keine Cineast sein und vier Mal in der Woche ins Kino rennen, um zu erkennen, dass Sucker Punch einem wirklich gar nichts bietet. Dafür reichen zwei oder drei Kinobesuche im Monat. Meine Meinung: Sucker Punch ist unbrauchbar und richtig misslungen. Bomme aus.

Wertung:

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Trailer